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Jedes mal wenn ich bete

Jedesmal, wo immer ich gehe oder stehe
und zu beten beginne,
spüre ich diese unbeschreibliche
Weite und Eindringlichkeit,
diesen Aufbruch in meiner Seele,
in meinem Verstand und in meinem Herzen,
der mich entsichert, entdeckt und öffnet
und mich im Fühlen und denken,
im Phantasieren und Träumen
über alles hinausschreiten lässt,
was bisher meine Situation war.
Probeweise gewissermaßen.
Jedes Mal, wenn ich zu beten beginne,
weiß ich,
dass ich vor Überraschungen nicht sicher bin,
vor Einsichten nicht,
die Licht und Schatten anders verteilen
als meine sonst geordneten Gedankenbahnen.
Jedes Mal, wenn ich bete,
erlebe ich Überraschungen.
Vielleicht, weil Beten heißt:
sich von Dir überraschen lassen.
Probeweise gewissermaßen.

Norbert Copray